Mir war gleich klar, dass das wichtig ist, im wahrsten Sinne des Wortes religionsstiftend. Deshalb habe ich mich dieses Mal vertiefend belesen. Und gelernt, dass die Geschichte der Auferstehung sich in mehr als ein Dutzend Bibelstellen wiederfindet. Das war mir gleich komisch vorgekommen, schließlich schloss sich bereits unmittelbar an die Bibelstelle der letzten Woche, Markus 14 und 15, die bzw. eine Auferstehungsgeschichte an. Ich lerne weiterhin bei der Recherche, dass sich sämtliche Varianten in Details unterscheiden. Wer hat wann genau den auferstandenen Jesus gesichtet, was hat er gesagt, wann wurde er erkannt. Die wesentlichen Eckpunkte sind aber identisch. Mir erschließt sich der Sinn dieser Redundanz nicht so recht. Sollte das die Glaubwürdigkeit erhöhen? Schon klar, das sind zusammengetragene Aufzeichnungen. Aber irgendwer hat das ja zusammengesammelt und hätte doch die beste oder kenntnisreichste oder glaubwürdigste Variante auswählen können.
Nun gut, Nebenschauplatz. Entscheidender ist für mich doch, wie mit diesem Teil der Bibel umgegangen wurde und wird. Da wiederum, so lerne ich, ist es so, dass die Gläubigen und Bibeltheoretiker jahrhundertelang durchaus die Ansicht vertraten, dass Jesus leibhaftig, also als Mensch von Fleisch und Blut auferstanden ist. Auch heute scheint das noch nicht ganz vom Tisch zu sein. Ich erinnere mich an die Reportage über einen italienischen Forscher, die ich vor einigen Wochen sah. Dieser versuchte mit wissenschaftlichen Mitteln herauszufinden, dass das im Vatikan verwahrte Grabestuch Jesu echt sei (davon schien er als gläubiger Christ überzeugt) und wie das Abbild Jesu darauf gekommen sein könnte. Nach jahrelangen Versuchen schloss er, ich stelle das jetzt mal verkürzt dar, dass dies nur durch eine elektrische Entladung beim Akt der Auferstehung entstanden sein könne. Das erscheint mir etwas abenteuerlich, aber durchaus spannend fand ich, dass es den wenigen Wissenschaftlern, die bislang das Tuch untersuchen durften, wohl nicht gelungen ist, mit banal weltlichen Ursachen zu erklären, wie das Abbild darauf gekommen sein könnte.
Jedenfalls hat sich die Bibeldeutung inzwischen offenbar dahingehend verändert, dass ein Großteil der Theologen die Auferstehung und das Erkennen Jesu durch seine Jünger und Gläubigen eher als eine Art Vision oder auch metaphorischen Akt deuten. Das gefällt mir. Das könnte doch bedeuten, dass Jesus in jeder oder jedem von uns erkannt werden könnte. Solange man daran glaubt. Wenn ich jetzt noch Jesus selbst als Metapher für einen wohlwollenden und barmherzigen Zugang zu anderen Menschen (das ist natürlich angesichts der Tatsache, dass sich Jesu Barmherzigkeit wohl nur auf die bezieht, die an ihn glauben) sehe - ja dann bin ich gar nicht so weit weg von meinem Wunsch nach Miteinander. Es gibt die Geschichte von einem Jungen, der in einem alten hartherzigen Mann nur das Gute sehen will. Er glaubt mit jeder Faser daran, dass der Mann voll Güte, Wärme und kindlicher Freude ist. Eine Art Jesus quasi. Und siehe da, er wird es und kann sich selbst so sehen. Durch die Augen des Junge. Keine schlechte Vorstellung oder?
Manu
Samstag, 22. April 2017
Die Geschichte der Auferstehung - Lukas 24
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